Varikosis – was ist das?
Krampfadern – also Varizen in oberflächlichen Venen vor allem in den Unterschenkeln – sind ein weit verbreitetes Problem. Diese in Fachkreisen bezeichnete „Varikosis“ betrifft vor allem die Vena saphena magna sowie die Vena saphena parva und ihre oberflächlichen Abgänge. Von den Krampfadern abzugrenzen sind die sogenannten Besenreiser, kleine knapp unter der Hautoberfläche gelegene, rot oder bläulich erscheinende Venen. Im Gegensatz zu den Krampfadern haben sie allerdings keinen pathologischen Wert und können keine Durchblutungsstörungen erzeugen.
Die Ursachen für die Entwicklung einer Varikosis sind vielfältig. In der Mehrheit der Fälle ist eine angeborene Venenwand- bzw. Bindegewebsschwäche verantwortlich, welche sich durch die Wirkungen der Erdgravitation (z.B. durch sehr langes Stehen) verstärkt. In den Venen eingelagerte Venenklappen verhindern im Normalfall den Rückfluss des Blutes in die Peripherie und sorgen mit der Muskelpumpe der Unterschenkelmuskulatur dafür, dass das Blut zurück zum rechten Herzen zurückfliessen kann. Liegt nun eine Venenwand- bzw. Bindegewebsschwäche vor, entwickelt sich immer mehr eine Venenklappeninsuffizienz. Die Venenklappen können nicht mehr richtig schliessen und das Blut versackt immer mehr in den Beinen, was wiederum zu ihrer weiteren Venenerweiterung führt. Das Endergebnis sind dann die allbekannten und nicht schön anzusehenden Krampfadern.
Doch gerade in Zeiten der modernen Medizin muss man sich nicht mehr mit diesen Krampfadern oder auch ihren harmloseren Varianten ohne Krankheitswert – den sogenannten Besenreiser – abgeben. Dies sollte man auch nicht tun, denn mit fortschreitender Krampfadern-Erkrankung kommt es in Folge der Abflussstörung des Blutes und dem damit erhöhten peripher-venösen Druck zu schweren Schäden im Bein. Eine Krampfadern Behandlung sollte daher nicht allzu lang aufgeschoben werden.
Gängige Behandlungsmethoden sind nach wie vor das klassische Venenstripping nach Babcock oder auch endovenöse Koagulations- oder Lasertherapien. In Zeiten minimalinvasiver Behandlungsmethoden kommen aber auch immer mehr Behandlungsoptionen wie die Radiowellentherapie oder die Sklerotherapie zur Behandlung Besenreiser zum Einsatz.
Es muss jedoch individuell erörtert werden, welche Behandlungsmethode im konkreten Fall in Frage kommt. Dies hängt vor allem ab von der Krankheitslokalisation (Stammvarikosis, Seitenastvarikosis etc.) sowie der klinischen Symptomatik – beispielsweise ob und wie stark die Krampfadern Schmerzen erzeugen. In jedem Falle sollte man bei dem Auftreten erster Beschwerden, die oft unspezifisch sein können (z.B. Schwellungen des Beins oder nächtliche Beinkrämpfe), nicht zu lange warten und baldmöglichst einen Facharzt für Gefässerkrankungen konsultieren.
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